Am Samstag (12. Juli) öffnete der Bürgersolarpark Görgeshausen von 13 bis 15 Uhr für alle Interessierten seine Tore; er hat Geburtstag. Denn genau vor einem Jahr ging das Projekt auf der brachliegenden Fläche an der A 3 in Betrieb und produzierte bisher rund 1,4 Millionen Kilowattstunden Strom. Das ist ein Grund zum Feiern, wie Ortsbürgermeister Theodor Burkard findet: „So geht für mich Energiewende! Gemeinsam mit den Bürgern und regional umgesetzt.“ Er ist einer der beiden Geschäftsführer der Energiegesellschaft Görgeshausen mbH (EGG), die den Solarpark betreibt. Gemeinsam mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Dr. Steffen Weil, der auch den Bereich Energieerzeugung bei der Energieversorgung Mittelrhein AG (evm) leitet, beantwortete er Fragen aus der Bevölkerung rund um den Solarpark und die Energiewende. Wie Strom vor Ort erzeugt wird, können interessierte Bürger bei fast jedem Wetter beobachten. Denn selbst bei bedecktem Himmel erzeugen die Solarmodule Strom.

Bürger und Umwelt profitieren

Die Anlage gilt als Vorzeigeprojekt in Sachen Bürgerbeteiligung: „Der Park ist komplett in kommunaler Hand“, betont Ortsbürgermeister Theodor Burkard. Denn nur wer in Görgeshausen wohnt, konnte Geld in die Anlage investieren. Die Nachfrage war groß: 47 Bürger legten insgesamt 320.000 Euro an und sind neben der Ortsgemeinde Görgeshausen und dem zu einhundert Prozent kommunalen Energieversorger evm nun „Sonnenstromer“. Nach einem Jahr Betriebszeit zieht Steffen Weil von der evm ein Resümee: „Der Bürgersolarpark arbeitet fleißig und von Anfang an gut. Die Strommenge, die hier erzeugt wird, deckt den Bedarf von rund 350 Vier-Personen-Haushalten.“ Beim Solarpark in Görgeshausen profitieren Bürger und Umwelt. Die evm hat ausgerechnet, dass durch den Solarpark pro Jahr rund 830 Tonnen weniger klimaschädliches CO2-Gas in die Atmosphäre freigesetzt werden. Der Park ersetzt Strom aus fossilen Energien. „Der Bürgersolarpark in Görgeshausen ist damit ein wichtiger Baustein für die Energiezukunft unserer Region“, ergänzt Theodor Burkard. Geplant hat die Gemeinde das Projekt noch mit der KEVAG aus Koblenz; sie bildet seit 1. Juli 2014 gemeinsam mit der ehemaligen Energieversorgung Mittelrhein GmbH (EVM) und der Gasversorgung Westerwald die neue evm. Durch dieses Zusammengehen wird auch das Projekt Görgeshausen jetzt von der neuen evm betreut. Die Unternehmensphilosophie dahinter ist gleich geblieben: „Nur gemeinsam mit den Kommunen und den Bürgern kann es uns gelingen, dass unsere Region auch für die nächsten Generationen lebenswert bleibt“, erläutert Steffen Weil.

Sicherheit in Planung und Praxis

Im Anschluss an den Tag der offenen Tür gab es eine spezielle Schulung für die örtliche Feuerwehr durch eine der beiden Netzgesellschaften der neuen evm, bei der die Feuerwehrleute eine Einweisung in die Anlage erhalten haben. „Im Solarpark Görgeshausen ist von vornherein großer Wert auf Brandschutz gelegt worden. Es sind nur wenig entflammbare Materialien verbaut worden und die Anlage wird regelmäßig fachmännisch gewartet“, sagt Steffen Weil.